Junge Migranten sind überdurchschnittlich stark armutsgefährdet. Dieses Problem anzugehen wäre eine Aufgabe für Ministerpräsident Armin Laschet – gerade weil er das Thema bisher mied. Doch seine Untätigkeit ist nicht nur Schaden, sie qualifiziert ihn auch.
Friedrich Merz spricht wichtige Themen an. Das bewies er jüngst in der digitalen Bewerberrunde für den CDU-Bundesvorsitz. Da sagte er auch in Richtung von Armin Laschet: „Wenn wir die Zuwanderung 2015/16 in die Sozialsysteme nicht gehabt hätten, hätten wir eine Million Harz-IV-Empfänger weniger.“ Sogleich erhob sich Empörung, Merz bediene „ein rechtes Narrativ“. Tut er das? Ja, man könnte mit diesem Hinweis tatsächlich die ewigen „Alle raus“-Schreihälse munitionieren. Man könnte ihn aber auch als das nehmen, was er ist: als Fingerzeig auf ein Problem. Die Zuwanderung hat ja wirklich Armut gesteigert und Bildungseinrichtungen überfordert. Es wäre aber die Aufgabe von Armin Laschet, nicht von Merz, diese Probleme anzugehen. Schließlich ist Laschet in NRW der Ministerpräsident.