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Iran-Expertin besorgt wegen „alarmierender Berichte“ – unterstützen deutsche Firmen das Mullah-Regime?

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Die EU-Abgeordnete Neumann kritisiert die „brutale Härte“ des iranischen Regimes gegen Protestierende. Einige Berichte besorgen die Iran-Expertin besonders.
Stand: 10.01.2026, 20:56 Uhr
Von: Jan-Frederik Wendt
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Die EU-Abgeordnete Hannah Neumann kritisiert die „brutale Härte“ des iranischen Regimes gegen Protestierende. Einige Berichte besorgen die Iran-Expertin besonders.
Teheran/Brüssel – Die EU-Abgeordnete und Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zu Iran, Hannah Neumann (Grüne), gilt als eine der schärfsten Iran-Kritikerinnen. Im Interview mit dem Münchner Merkur von Ippen.Media erklärt die Iran-Expertin, warum die aktuellen Proteste das Mullah-Regime unter starken Druck setzen – und wie die Europäische Union und Deutschland die Menschen im Iran unterstützen sollten.
Der Zugang zu unabhängigen Informationen im Iran ist sehr eingeschränkt. Wir lesen von landesweiten Protesten in fast allen Provinzen. Was hören Sie aus dem Iran? Wie laufen die Proteste ab?
Das Regime blockiert immer wieder gezielt das Internet und versucht zugleich, über staatliche Agenturen eigene Propaganda, auch im Ausland, zu verbreiten. Aber dank der Berichterstattung vieler mutiger Menschen und Organisationen wissen wir doch so einiges. Seit dem 28. Dezember 2025 greifen die Proteste von Stadt zu Stadt über, mit deutlichen Brennpunkten im Westen des Landes, etwa in Ilam. Es sind meist lokale Gruppen, Sit-ins, Märsche, Blockaden. Die Zahl der Demonstrierenden wächst. Gestern hat die Regierung das Internet wieder blockiert und trotzdem drangen Bilder nach draußen. Aus Teheran und vielen anderen Städten, die große Menschenmassen auf den Straßen zeigen. Das ist neu. Es geht bei vielen ums pure Überleben.
Wie heftig treffen Inflation und Preissteigerungen die Menschen im Iran?
Die Inflation ist im Iran längst Alltag, über 40 Prozent. Eine Währung im freien Fall, und jede politische Entscheidung trifft direkt den Einkaufskorb. Deswegen gingen die Proteste diesmal von den Bazaris, den Händlern, aus. Wenn sie Waren für 100 Dollar importieren, die dann eine Woche später, wenn sie sie verkaufen, nur noch 60 Dollar einbringen, dann können sie ihren Laden auch dichtmachen. Und wenn Subventionen für die Bevölkerung wegfallen, wird selbst Essen unbezahlbar. Grundnahrungsmittel wie Öl und Reis verschwinden immer wieder sogar ganz aus den Regalen. Für Frauen wird die Krise doppelt spürbar. Während das Leben immer teurer wird, verschärft das Regime mit neuen Regelungen im Ehe- und Familienrecht gezielt ihre Abhängigkeit. Was die Menschen auf die Straße treibt, sind deshalb nicht nur hohe Preise, sondern das Gefühl, von einem System im Stich gelassen zu werden, das keine Antworten mehr hat.
Die Proteste richten sich mittlerweile auch offen gegen das Regime und die geistliche Führung.

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