Diplomatie in Abu Dhabi: Erstmals seit Monaten verhandeln hochrangige Vertreter der Ukraine und Russlands direkt. Aber eine der wichtigsten Fragen ist noch ungeklärt.
Es war – mal wieder – eine wechselhafte Woche für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und sein Land. Sie begann mit Verhandlungen in den USA am vergangenen Wochenende und mit der Hoffnung, dass US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos die Ukraine mit konkreten Sicherheitsgarantien für eine Zeit nach dem Krieg ausstatten würde. Ein entsprechendes Dokument, so war aus ukrainischen Regierungskreisen zu hören, sei fertig und unterschriftsreif. Auch von einem milliardenschweren Wiederaufbauprogramm für die Ukraine war die Rede.
Stattdessen jedoch wirbelte Trump die Weltpolitik mit seinen Grönland-Forderungen auf, sodass die Ukraine beinahe von der Agenda in Davos verschwand. Währenddessen verstärkte Russland, inmitten einer außergewöhnlichen Kältewelle in der Ukraine, seine Angriffe auf die Energie- und Wärmenetze des Landes. Allein in der Hauptstadt Kyjiw müssen deshalb noch immer Hunderttausende Menschen bei Minusgraden ohne Strom und Heizung ausharren.
Selenskyj, der in dieser Situation lediglich für einen Last-Minute-Besuch in der Schweiz Zeit hatte, konnte Trump am Donnerstag nicht mehr zu schriftlichen Sicherheitsverpflichtungen bewegen. Stattdessen kündigte der Präsident überraschend ein trilaterales Treffen mit den Delegationen Russlands und der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. In Vorbereitung auf diese Verhandlungen besuchten Trumps Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner Moskau. In der Nacht auf Freitag hatten sie eine fast vierstündige Audienz bei Wladimir Putin.