Das Spiel zwischen Hertha BSC und dem VfB Stuttgart gibt Rätsel auf. Nach einer starken ersten Hälfte brach die Mannschaft in der zweiten Halbzeit komplett ein.
Rainer Widmayer hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Dem Co-Trainer von Hertha BSC wird ein ganz besonderer Draht zu einem der jüngsten und talentiertesten im Berliner Kader nachgesagt, zu Jordan Torunarigha. Deshalb sah es Widmayer am späten Samstagnachmittag, nach dem Abpfiff des Bundesliga-Spiels beim VfB Stuttgart, auch als oberste Bürgerpflicht an, den Innenverteidiger einzufangen; er musste dafür sein ganzes Körpergewicht aufbringen und einen formvollendeten Wrestling-Griff anwenden. Torunarigha wollte und wollte sich trotz aller Bemühungen nicht beruhigen.
Offenbar war er von einem Gegenspieler „übel beleidigt“ worden, wie Widmayer später berichtete. Torunarigha selbst konnte in der Causa nichts Erhellendes beitragen; wie viele andere Kollegen verließ er wortlos und mächtig angefressen das Stuttgarter Stadion. Torhüter Rune Jarstein etwa saß bereits wenige Minuten nach Abpfiff im Mannschaftsbus.
Angesichts des Spielverlaufs war der Ärger im Berliner Lager absolut verständlich: Nach einer ersten Halbzeit, in der Hertha keinen einzigen Torschuss zuließ, 70 Prozent Ballbesitz erzielte und folgerichtig mit 1:0 in die Pause ging, verspielten die Berliner im zweiten Durchgang alles: Zwei Treffer von Mario Gomez stellten ein Spiel auf den Kopf, in dem sich die Gäste im Grunde nur selbst schlagen konnten. „Es gab in meiner Hertha-Zeit sicherlich einige unnötige Niederlagen“, sagte Fabian Lustenberger, „aber diese zählt sicher zu den unnötigsten.

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