Die Ukraine stellt sich auf noch intensivere russische Angriffe in der aktuellen Frostperiode ein. Russland hat Krywyj Rih erneut mit Raketen angegriffen. Das Liveblog
Nach dem Krieg kommt die Schuldfrage
Wenn der russische Angriffskrieg endet, beginnt in der Ukraine der Wiederaufbau. Die Landfläche, Sicherheitsgarantien – vieles ist in diesem Zukunftsszenario noch offen. Aber auch in Russland stellen sich viele Fragen, sie betreffen jeden Einzelnen. « Wir Russen », schreibt meine Kollegin Anastasia Tikhomirova, müssen uns nach dem Kriegsende mit der Schuld Russlands auseinandersetzen. Selbst für viele Oppositionelle stelle das eine Herausforderung dar. Die Verantwortung sehen sie bei Putin und seinem Regime, und doch: « Putin ist eine Schöpfung Russlands ».
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Selenskyj warnt vor verstärkten russischen Angriffen
Die Ukraine stellt sich nach Angaben des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf noch intensivere russische Luftangriffe in der aktuellen Frostperiode ein. In seiner abendlichen Videobotschaft warnte er: « Es gibt Hinweise, dass heute Nacht ein neuer massiver Angriff bevorstehen könnte.“ Die Bevölkerung rief er dazu auf, bei Luftalarm unbedingt Schutzräume aufzusuchen.
Selenskyj sagte, Russland setze derzeit « mehr auf den Winter als auf Diplomatie“ und greife gezielt mit ballistischen Raketen die ukrainische Energieversorgung an, statt auf Verhandlungen mit den USA und Präsident Donald Trump zu setzen.
Ab Freitag werden in der Hauptstadt Kyjiw und im Norden der Ukraine Temperaturen von minus zehn Grad und niedriger erwartet. Die ohnehin angeschlagene Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser steht damit in dem Land noch mehr unter Druck.
Selenskyj teilte mit, er habe mit Regierungschefin Julija Swyrydenko beraten, dass Schulen, Büros und nicht lebenswichtige Einrichtungen in den kommenden zwei Wochen ihren Betrieb einschränken könnten.
Mindestens zehn Verletzte nach Angriff auf Krywyj Rih
Russlands Militär hat ukrainischen Angaben zufolge die südukrainische Industriestadt Krywyj Rih erneut mit Raketen angegriffen. Laut dem Bürgermeister der Stadt, Oleksandr Wilkul, setzte die russische Armee dabei zwei ballistische Raketen vom Typ Iskander ein. Wilkul zufolge galt der Angriff Mehrfamilienhäusern. Auf Telegram sprach er von mindestens zehn Verletzten.
Wie die Großstädte Saporischschja und Dnipro war Krywyj Rih, Geburtsstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, bereits am Vorabend beschossen worden. Durch die Angriffe wurde die Stromversorgung in der wichtigen Industrieregion flächendeckend lahmgelegt. Auch am Donnerstag waren noch Hunderttausende Menschen von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Borys Filatow, Bürgermeister der Stadt Dnipro, sprach von einer Notlage nationalen Ausmaßes.
Russland meldet Einnahme ukrainischer Ortschaft mit « taktischer Bedeutung »
Das russische Verteidigungsministerium hat die Einnahme einer weiteren Ortschaft in der Region Dnipropetrowsk bekannt gegeben. Das Dorf Brazke sei erobert worden, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Der Ort ist etwa 80 Kilometer von der Stadt Saporischschja entfernt. In der Mitteilung heißt es, dass die Ortschaft eine « große taktische Bedeutung“ habe.
Sicherheitsabkommen zwischen USA und Ukraine laut Selenskyj fast fertig
Das Sicherheitsabkommen zwischen der Ukraine und den USA steht laut Präsident Wolodymyr Selenskyj kurz vor dem Abschluss mit US-Präsident Donald Trump. Bei Treffen von Vertretern beider Länder in Paris seien « komplexe Fragen » des Rahmenwerks zur Beendigung des Krieges erörtert worden, schrieb Selenskyj auf X.
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Deutschland — in German Selenskyj warnt vor schweren russischen Luftangriffen im Winter