Tränengas hängt in der Luft. Auf den Straßen von Teheran, Isfahan und Maschhad schreien Hunderttausende ihre Wut hinaus
Teheran – Tränengas hängt in der Luft. Auf den Straßen von Teheran, Isfahan und Maschhad schreien Hunderttausende ihre Wut hinaus – gegen steigende Preise, gegen Korruption, gegen ein Regime, das ihnen seit Jahrzehnten jede Freiheit nimmt. Einige Bilder zeigen jubelnde Polizisten an der Seite der Demonstranten, statt Schüssen. Solche Szenen waren im Iran bislang kaum vorstellbar.
Überall sind kleine Gesten des Widerstands zu sehen. Demonstranten zünden sich Zigaretten an – offen, provokant, dort, wo es jahrelang verboten war. Frauen laufen mit offenen Haaren durch die Menge, schwenken ihre Kopftücher in der Luft oder tragen sie locker um den Hals. In mehreren Städten werden Überwachungskameras abgeschraubt, abgerissen, zerstört: Symbole der allgegenwärtigen Kontrolle.
Selbst im Alltag wird der Protest sichtbar: Musik läuft laut aus Autos, regimekritische Parolen werden an Wände gesprüht, Sicherheitskräfte werden offen ausgelacht. Es sind Details, die zeigen, wie die Angst vor dem Schreckensstaat schwindet.
Demonstranten in Iran sehen erstmals Polizisten als mögliche Verbündete.
Auch international steht das islamistische Mullah-Regime mittlerweile weitgehend isoliert da. Wichtige Verbündete sind weggebrochen oder geschwächt. Russland ist militärisch und wirtschaftlich stark an den Ukraine-Krieg gebunden und kann den Iran kaum noch unterstützen. In der Region hat das Regime entscheidende Stützpfeiler verloren: Ex-Syrien-Diktator Baschar al-Assad (60) ist nicht mehr an der Macht, die Terrorgruppen Hamas und Hisbollah wurden von Israel militärisch massiv geschwächt.
Seit der Festnahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro durch die USA, fällt auch dieses Land als politischer und wirtschaftlicher Partner aus (2023 Handelsvolumen von ca.
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