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Wer zuerst geimpft wurde, muss jetzt noch warten

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Experten empfehlen für Ältere und andere Risikogruppen eine vierte Impfung gegen Corona. Der Immunologe Kern sagt, für sie müsse die zweite Boosterung “spätestens drei Monate nach der ersten” kommen. Doch gerade für diese Menschen liegt die jüngste Impfung häufig länger zurück.
Experten empfehlen für Ältere und andere Risikogruppen eine vierte Impfung gegen Corona. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, dass eine vierte Impfung nötig wird. Der Immunologe Peter Kern sagt, für Risikogruppen müsse die zweite Boosterung “spätestens drei Monate nach der ersten” kommen. Doch gerade für diese Personen liegt die jüngste Impfung häufig länger zurück. Während in diesen Tagen viel von einer Impfpflicht die Rede ist und die Bundesregierung dazu aufruft, beim Impfen und Boostern nicht nachzulassen, gerät eine Gruppe ein bisschen in Vergessenheit: die früh Geimpften. Wer sich bereits im Januar 2021 zum ersten Mal impfen lassen konnte, dann pünktlich zur Zweitimpfung gegangen ist und sich frühzeitig hat boostern lassen, für den liegt der letzte Piks mittlerweile unter Umständen fünf Monate zurück. Das betrifft naturgemäß vor allem Risikogruppen: Ältere, medizinisches Personal und Menschen mit unterdrücktem Immunsystem. Aus Krankenhäusern ist zu hören, dass Angestellten dort eine vierte Impfung angeboten wird. Aber für einfache Bürgerinnen und Bürger, die wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung Angst vor einer Corona-Infektion haben, dürfte es schwer sein, beim Hausarzt eine zweite Auffrischungsimpfung zu erhalten. “Die Ständige Impfkommission hat bisher keine Empfehlung für eine vierte Impfung ausgesprochen, entsprechend wird diese aktuell grundsätzlich auch nicht in den Hausarztpraxen angeboten”, sagt der Sprecher des Hausärzteverbands, Vincent Jörres. “Wir rechnen jedoch damit, dass eine vierte Impfung zukünftig notwendig sein wird.” Ist eine vierte Impfung tatsächlich nötig? Wie so häufig bei Corona ist das eine schwierige Frage. Der Virologe Klaus Stöhr sagte bei ntv, “Top-Priorität” bleibe die Zweit- und die Booster-Impfung. Eine vierte Impfung für die gesamte Population halte er “für absolut nicht vernünftig”, so Stöhr. Wenn die dritte Impfung vor Kurzem verabreicht worden sei, bringe sie “gut durch den Winter”. Stöhr ergänzte allerdings, dass darüber nachgedacht werden müsse, ob eine vierte Impfung für über 60-Jährige und Menschen mit schwachem Immunsystem sinnvoll sei. Stöhr verwies auf eine israelische Studie, die in einem Zwischenergebnis zu dem Schluss kam, dass eine vierte Corona-Impfung nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante schütze. Studienleiterin Gili Regev sagte allerdings auch, Immungeschwächten könnte die vierte Dosis “einen kleinen Vorteil” verschaffen. “Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.

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