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Amtsenthebung von Trump: Von der „Hexenjagd“ zur Höllenfahrt

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Anders als beim ersten Mal stellen sich heute beim neuen Impeachmentverfahren auch namhafte Republikaner gegen den Präsidenten. Nun könnte ihn der Senat des Amtes entheben oder zumindest an einer erneuten Kandidatur hindern. Die lange loyale republikanische Partei ist tief gespalten.
Washington. Sie ist eine stramm konservative Gegnerin von Abtreibung und gleichgeschlechtlicher Ehe. Ihr Vater trieb mit Lügen den Irak-Krieg voran und verteidigte die Folter im Gefangenenlager Guantanamo. Doch am Dienstagabend war für Liz Cheney eine Grenze erreicht, die sie nicht überschreiten wollte. „Es hat nie einen größeren Verrat durch einen Präsidenten der Vereinigten Staaten an seinem Amt und seinem Eid auf die Verfassung gegeben“, erklärte die Abgeordnete und kündigte an, für die Amtsenthebung von Donald Trump zu stimmen. Als dritthöchste Vertreterin der Republikaner-Fraktion im Repräsentantenhaus ist Cheney das bislang prominenteste Parteimitglied, das offen mit dem eigenen Präsidenten bricht. Doch sie ist keineswegs das einzige. Nach und nach haben sich in den vergangenen Tagen eine Reihe von Abgeordneten und Senatoren von Trump distanziert. Vier Jahre lang haben die Republikaner den Rechtspopulisten blind unterstützt. Sie sahen tatenlos zu, wie er nach dem blutigen Aufmarsch von Rechtsextremen in Charlottesville antisemitische Rassisten lobte. Sie ignorierten den Erpressungsversuch gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi und blieben in der Corona-Krise stumm. Doch nach dem Sturm des von Trump entfesselten Mobs auf das Kapitol scheint ein Damm zu brechen. Neben Cheney wollen am späten deutschen Mittwochabend mindestens eine Handvoll republikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus gegen Trump stimmen. Eine Mehrheit für die Anklage scheint aufgrund der demokratischen Stimmen ohnehin sicher.

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